Kommentar  -Seite 5-

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Forderungsausfalldeckung, Gefälligkeitsschäden & Co. Welche Klauseln in der Privathaftpflichtversicherung entscheidend sind
Eine private Haftpflichtversicherung sollte jeder haben. Zu schnell ist es passiert,
dass man aus Versehen einer anderen Person schadet und dafür dann mit seinem
gesamten Vermögen haften muss. Die Versicherer haben ihre Tarife dabei in den
vergangenen Jahren kräftig um neue Leistungen ergänzt. Welche sinnvoll sind,
erklärt Versicherungsmakler Hubert Gierhartz in seinem Kommentar.
In Paragraf 823 BGB heißt es: Wer vorsätzlich oder fahrlässig das Leben, den Körper, die Gesundheit, die Freiheit, das Eigentum oder ein sonstiges Recht eines anderen widerrechtlich verletzt, ist dem anderen zum Ersatz des
daraus entstehenden Schadens verpflichtet. Eine eindeutige Gesetzeslage. Wie kann sich ein Bürger davor schützen, dass er nicht mit seinem Privatvermögen haftet? Er schließt eine private Haftpflichtversicherung ab. Versicherungsverträge mit einer Versicherungssumme zwischen 10 und 50 Millionen Euro
pauschal für Personen-, Sach- und Vermögensschäden sind auf dem Markt für 130 Euro Jahresprämie ohne Selbstbeteiligung oder für rund 70 Euro mit 100 Euro Selbstbeteiligung zu haben. Für Singles und Senioren kann es noch etwas preiswerter werden. Angesichts der Gesetzeslage darf es hier keine Kompromisse geben, und die Beiträge sind für jeden Verbraucher erschwinglich.
Die Vertragsbedingungen (GDV) sind von den Versicherern einzuhalten. Darüber hinaus können sie aber die Verträge gestalten, wie sie Lust und Laune haben. Das hat dazu geführt, dass es einen fast undurchschaubaren Wust von Versicherungsbedingungen gibt. Für den Verbraucher, aber selbst für
den Versicherungsmakler ein schwieriges Unterfangen, hier den richtigen Tarif zu wählen. Die „Geiz ist geil“-Mentalität, die von den Verbraucherschützern immer wieder forciert wird, hilft hier auf jeden Fall nicht weiter. Nie nur nach dem Preis gehen. 
Ein Beispiel: Der Versicherer sagt, Segelboote sind bis zur einer Segelfläche von 15 Quadratmetern in der privaten Haftpflichtversicherung im Premium-Tarif mitversichert. Der Versicherungsmakler fragt den Kunden, ob er segeln geht, der Kunde antwortet mit „Nein“ und entscheidet sich für den Basis-Tarif, um ein paar Euro zu sparen. Im Sommer fährt der 18-jährige Sprössling mit seinen Kumpel in den Urlaub, und die beiden kommen doch tatsächlich auf die wundersame Idee, sich ein Segelboot zu leihen. Es kommt durch das Verschulden des Sohnes zu einem Zusammenstoß mit einem anderen Boot, und es entsteht ein erheblicher Personen- und Sachschaden. Aufgrund der Entscheidung zu Gunsten des Basis-Tarifes
besteht kein Versicherungsschutz, und der Kunde muss mit seinem Privatvermögen haften. Gute Zukunftsaussichten für einen 18-jährigen Jungen.
Deshalb hier einige wichtige Punkte, die eine private Haftpflichtversicherung immer beinhalten sollte:

• Blick auf den versicherten Personenkreis: Ist zum Beispiel die im Haushalt lebende Oma mitversichert?
• Gefälligkeitsschäden: Der Vater hilft der Tochter beim Umzug, und lässt den Fernseher fallen.
• Grobe Fahrlässigkeit abgesichert?
• Deliktunfähige Personen/Kinder: Der fünfjährige Sohn beschädigt mit seinem Fahrrad das geparkte Auto des Nachbarn.
• Privates und berufliches Schlüsselrisiko: Ein dem Versicherungsnehmer anvertrauter Schlüssel geht verloren und es wird Schadensersatz verlangt.
• Leistung auch bei ehrenamtlichen Tätigkeit
• Mietsachschäden: Aus Unachtsamkeit läuft die Badewanne über, und es kommt zu  einem erheblichen Wasserschaden an Wänden und Decken.
• Haus- und Grundbesitzerhaftpflichtversicherung: Man kommt im Winter der Streupflicht nicht nach, und dadurch kommt es zu einen folgenschweren Unfall – eine Person rutscht aus und bricht sich das Bein.
• Vermietung von Eigentumswohnungen
• Besitz von bebauten und unbebauten Grundstücken
• Besitz einer Photovoltaikanlage/Solaranlage
• Unbemannte Flugkörper, hier sind auch Drohnen gemeint
• Gewässerschadenshaftpflichtversicherung – Heizöltank
• Nicht versicherungspflichtige E-Bikes und Pedelecs
Alle diese Risiken, falls vorhanden, müssen im Versicherungsschutz der privaten 
Haftpflichtversicherung mit eingeschlossen sein. Es gibt aber explizit noch rund 200 zusätzliche Risiken, die zum Leistungsfall führen können.
Das Risiko im Schadenfall nicht versichert zu sein, kann man aber ausschließen, indem man sich für einen Top-Tarif mit einer „Best-Leistungs-Garantie entscheidet und abschließt. Bietet ein Versicherer in seinen Versicherungsbedingungen diese Garantie an, dann leistet er zum Beispiel auch dann, wenn in seinem Tarif Segelboote nur bis 15 Quadratmeter Segelfläche abgedeckt sind,
aber eine andere Versicherung bis 20 Quadratmeter Segelfläche leistet. Die besseren Bedingungen gelten. Aber selbst hier müssen Kunden und Makler genau hinschauen, ob die Leistungen gedeckelt sind und ob der Versicherer im Rahmen der „Best-Leistung-Garantie“ beispielsweise nur bis eine Million Euro leistet.
Eine besondere Vereinbarung in der privaten Haftpflichtversicherung ist die
Forderungsausfalldeckung. Was verbirgt sich dahinter?
Beispiel: Ein nicht versicherter Fahrradfahrer fährt einen Fußgänger an und verletzt diesen schwer. Die geschädigte Person hat erfolgreich geklagt, und der Fahrradfahrer wird auch zum Schadenersatz verurteilt, aber bei ihm ist leider nichts zu holen. Wurde die Ausfalldeckung im Vertrag des Geschädigten mit eingeschlossen, dann leistet in diesem Fall die eigene Haftpflichtversicherung
gegen Vorlage des vollstreckbaren Urteils. Eine deutliche Erweiterung dieser Ausfalldeckung ist es, wenn der Haftpflichtversicherer auch bei
nicht versicherten Autos leistet und auch Vorsatz in seinem Versicherungsschutz abdeckt. Vorsatz ist grundsätzlich ausgeschlossen, aber ... Wird man überfallen und zusammengeschlagen, wird der Täter ermittelt und zum Schadenersatz
verurteilt, leistet seine private Haftpflichtversicherung – sollte er eine haben – dann trotzdem nicht, da der Vorsatz grundsätzlich ausgeschlossen ist. Ist „Vorsatz“ aber in der eigenen privaten Haftpflichtversicherung in der Forderungsausfalldeckung mit drin, dann leistet hier ebenfalls meine eigene Haftpflichtversicherung.
Fazit: Optimalen Versicherungsschutz in der privaten Haftpflichtversicherung gibt es schon für eine Jahresprämie von rund 130 Euro ohne Selbstbeteiligung. Man muss jedoch die Versicherungsbedingungen genau kennen. Da helfen nicht die Verbraucherzentralen, Verbraucherschützer oder Direktversicherer, sondern der gut aufgestellte Versicherungsmakler  Ort.

Dieser Artikel erschien am 18.01.2017 unter folgendem Link:
http://www.pfefferminzia.de/forderungsausfalldeckung-gefaelligkeitsschaeden--co--welche-klauseln-in-der-privathaftpflichtversicherung-entscheidend-sind-1484738743/
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